FREIBURG-HERDERN

Herdern liegt nordöstlich der Freiburger Innenstadt. Im Westen wird der Stadtteil von den Gleisen der Rheintalbahn begrenzt, auf denen sowohl Personen- wie auch Güterzüge fahren. Im Osten sind es die Hänge von Roßkopf und Schlossberg, an denen entlang sich der Stadtteil hinauf erstreckt. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick über Freiburg. Das Dorf Herdern wird 1008 n.Chr. erstmals urkundlich erwähnt. 1457 n.Chr. wurde es eingemeindet und die Bewohner erhielten das Freiburger Bürgerrecht. Heute hat der Stadtteil 12 226 Einwohner (Stand Dez.2017) und einen Ausländeranteil von 13%. Die Einwohnerdichte beträgt 2847 Einwohner je km2 . Das ruhige idyllische Herdern war ehemals ein Winzerdorf. Eine, eher symbolische Rebfläche nahe der St. Urban Kirche im Dorfkern von Alt-Herdern zeugt davon. Der katholische Heilige St. Urban ist der Patron der Winzer und Rebleute.

Seit 1978 wird jedes Jahr im Juli auf dem Kirchplatz der Herderner Hock veranstaltet. Ein Weinfest, auf dem regionaler Wein verkostet wird, man sich abends trifft und gemütlich bei einem Glas Wein beisammensitzt. Auf diesem schönen Platz vor der St. Urban Kirche findet zweimal wöchentlich, am Dienstag und Freitag, ein Bauernmarkt mit frischem Obst und Gemüse aus der Region statt und lädt zum Einkaufen und Genießen ein. Eine Eisdiele mit Café gibt dem Platz eine geruhsame fast dörfliche Atmosphäre. Der Stadtteil ist wegen seiner Ruhe, dem hohen Grünanteil mit altem Baumbestand und der naturnahen Lage zum Schlossberg sehr beliebt und gilt als einer der Schönsten Freiburgs.

Auch architektonisch hat Herdern einiges zu bieten, denn als um 1900 n.Chr. gut betuchte Neufreiburger den Winzern ihr Land abgekauft haben, wurden an den Hängen des Schlossberges Jugendstilvillen und Gründerzeit-Häuser gebaut, zu denen mittlerweile alte Baumalleen führen. Auch heute noch leben hier viele der gut verdienenden Bürger Freiburgs. So ist dieser Teil Herderns mit hohen Miet- und Immobilienkaufpreisen eines der teuren Stadtviertel. Der Kaufpreis einer Immobilie in Herdern betrug 2018 für eine Wohnung 4390 Euro /m2 und für Häuser 4030 Euro /m2 (Quelle: Presse/Immowelt.de). Dies gilt allerdings weniger für den Westrand des Stadtteils mit seinen Mehrfamilienhäusern, der durch die Nähe zur Habsburgerstraße und Rheintalbahn, nicht die typischen Merkmale eines ruhigen Wohn- und Villenviertels aufweist. Das in diesem Teil Herderns liegende Rotlaubviertel darf sich Kleinvenedig nennen, denn zwischen den Häusern fließt der Stadtkanal. Hier befinden sich die Finanzämter I und II, ebenso das Landratsamt, das Gesundheitsamt, wie auch andere Landesbehörden.

Die Habsburgerstraße ist die Lebensader des Stadtteils

Entlang der Straße befinden sich die meisten Arztpraxen, Geschäfte, Supermärkte, Kneipen, Cafés und Restaurants. Einmal im Jahr wird im Sommer die ganze Straße vom Europaplatz bis zur Okenstraße komplett für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Straße verwandelt sich stattdessen, auf einer Länge von 1,6 km, in den längsten Straßenflohmarkt Freiburgs als Teil eines Sommerfestes mit Livemusik. Dieses Highlight startet morgens um 10 Uhr und lockt große Besuchermengen aus der Umgebung an. Für das Flanieren und Bummeln sollte man einiges an Zeit einplanen. Von der Habsburgerstraße aus erreicht man über eine Seitenstraße den Botanischen Garten der Albert-Ludwig Universität Freiburg. Die Anlage mit ihren nach Lebensräumen bepflanzten Beeten und Gewächshäusern lädt zu jahreszeitlich stimmungsvollen Spaziergängen ein. Freiburg war eine der ersten Städte, die 1620 n.Chr. für die medizinische Fakultät einen Botanischen Garten als Lehrgarten angelegt. Mittlerweile befindet sich der im Jahr 1879 n.Chr. wieder neu angelegte Botanische Garten in Herdern. Er dient nicht nur zur Information und Erholung seiner Besucher, sondern auch für wissenschaftliche Studien des botanischen Lehrstuhls der Fakultät für Biologie, die hier ihre Institute hat. Der Botanische Garten bietet regelmäßig Veranstaltungen zu botanischen Themen für jedermann an und Führungen für Schulklassen und Kindergartengruppen. Eine weitere Hochschuleinrichtung im Stadtteil ist die „Katholische Hochschule“ an welcher Sozialwesen, Religionspädagogik, Pflege und Management studiert wird. Diverse berufliche Weiterbildungen werden dazu angeboten. In unmittelbare Nähe befindet sich die Zentrale des deutschen Caritasverbandes und das Ernst-Lange Haus der Evangelischen Dekanats Freiburg. Zwei der Studentenwohnheime im Stadtteil sollen hier kurz genannt werden: Das Studentenwohnheim des Studierendenwerks in der Habsburgerstraße 10 und die Studentenwohnhäuser Händelstraße 18 und 20. Beide sind gut an die Infrastruktur des Stadtteils angebunden. Hautklinik, Psychiatrische und Psychosomatische Klinik mit der Klinikschule sind Außenstellen des Universitätsklinikums. Das St. Josefskrankenhaus ist ein Allgemeinkrankenhaus und gehört zu dem Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (RkK). Das St. Carolushaus in der Habsburgerstraße ist ein Senioren- und Pflegeheim. Desweiteren gibt es noch in der Karlstraße das Blinden- und Pflegeheim. Im Stadtteil gibt es die Katholische Kirche St. Urban und die Evangelische Ludwigskirche. In der Habsburgerstraße eine salafistische Moschee. Kindergärten gibt es viele und die Grundschule befindet sich auf demselben Gelände wie die Weiherhofrealschule. Zwei Gymnasien mit unterschiedlichen Schwerpunkten befinden sich ebenfalls in Herdern: das alt- und neusprachlich ausgerichtete Friedrich-Gymnasium (1903 gegründet) und das mathematisch-naturwissenschaftliche Droste-Hülshoff-Gymnasium (1966 gegründet). Das Haus Tobias ist eine anthroposophische Einrichtung mit Kindergarten und Schule für besonders förderungsbedürftige Kinder. In Herdern befindet sich auch das Haus der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland e.V. Im Stadtteil gibt es vier größere Kinderspielplätze. Kulturell wird Kindern und Erwachsenen des Stadtviertels einiges geboten: Die „FABRIK für Handwerk, Kultur und Ökologie“ in der Habsburgerstraße 9 ist mit dem Vorderhaus das Zentrum für kulturelle Veranstaltungen in Herdern. Es ist eines der ältesten soziokulturellen Zentren in Deutschland, das 1978 im Gebäude einer ehemaligen Garnfabrik gegründet wurde. Die FABRIK steht für solidarisches und nachhaltiges Wirtschaften und Handeln in einer demokratisch organisierten Gemeinschaft. Neben kulturellen Veranstaltungen und der Gaststätte im Vorderhaus, findet man im sogenannten „Hinterhaus“ 25 Betriebe und Einrichtungen wie z.B. eine Druckerei, eine Fahrradwerkstatt, einen Motorradclub, eine Keramikwerkstatt und die Räume der Naturschule Deutschland e.V. etc. Viele Vereine nutzen die Räumlichkeiten, um Kurse anzubieten. Das Gebäude ist seit dem Jahr 2001 barrierefrei. Zudem werden vielfältige Veranstaltungen für Groß und Klein angeboten. Im Innenhof findet jeden Samstag von 9 bis 13 Uhr ein Wochen- und Bauernmarkt statt. Immer am letzten Sonntag im September rollen Kinder in ihren selbstgebauten Fahrzeugen beim Seifenkistenrennen von der Eichhalde aus, den Berg hinunter. Seit 1931 wird das Rennen von Herderner Vereinen organisiert und durchgeführt. Selbstverständlich hilft man auch beim Bau der Seifenkisten. Einmal im Jahr, meist im Herbst, findet in Herdern ein Tag der offenen Ateliers statt. Alle Interessierten sind eingeladen vorbeizuschauen, die dort arbeitenden Künstler kennenzulernen oder sich eine der Ausstellungen anzuschauen.

Verkehrstechnisch ist Herdern sehr gut angeschlossen

Die Habsburgerstraße ist die Hauptverkehrsachse und führt in Richtung Süden in die Innenstadt und nach Norden zum einen in Richtung Zubringer Nord, wie auch in die angrenzende Gemeinde Gundelfingen und in die nächsten Ortschaften Denzlingen und Emmendingen. Da sie Ein- und Ausfallstraße ist, bedeutet das eine entsprechende Verkehrsbelastung, die eine eingeschränkte Wohnqualität in diesem Bereich mit sich bringt. Auf der Habsburgerstraße fährt die Straßenbahnlinie 4 und verbindet Innenstadt, Bahnhof, Messe und die anderen Stadtteile mit Herdern. In Richtung Norden durchfährt sie das Stadtteil Zähringen. Von der Endhaltestelle fährt ein Bus nach Gundelfingen. Die Buslinie 27 fährt am Stadtgarten entlang in Richtung St. Urban Kirche und Botanischen Garten. Die Regionalzüge der Rheintalbahn in Richtung Offenburg und Richtung Basel halten am Haltepunkt „Freiburg Herdern“. Hinzu kommen die Verbindungen der Elztalbahn.

Quellen:
Appenzeller P., Kersting, R. (2018): „Freiburg-endlich!“
Freiburg badische–zeitung.de
buergerverein-herdern.de Freiburg-geniessen.de
Presse/Immowelt.de
Wikipedia Stand Sept.2020

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